Konjunkturpaket – ein Bericht

Ein Tagungsbericht zum Thema „Ein Konjunkturpaket für Gehörlose schnüren“:

Der GVB hat dies Veranstaltung unter dem Motto „Kompetenzen bündeln, gemeinsam handeln für eine barrierefreie Gesellschaft“ initiiert, in Anlehnung an die Konjunkturpakete, die zur Zeit zur Bewältigung der Wirtschaftskrise geschnürt werden. Krisen müssen auch in der Gehörlosengemeinschaft gemeistert werden und so bot es sich an, auf das 10jährige Bestehen des Landesgleichberechtigungsgesetzes zurückzuschauen, welches am 17. Mai 1999 in Kraft trat. In diesem Gesetz wurde erstmals die Deutsche Gebärdensprache als eigenständige Sprache anerkannt. Die heutige Tagung sollte zeigen, inwieweit die gesetzliche Grundlage auch tatsächlich in der Praxis Anwendung gefunden hat, um dementsprechend ein Forderungskatalog aufzustellen. Zu der Tagung kamen viele Interessenvertreter, darunter sowohl Gehörlose, Schwerhörige als auch Hörende, Eltern usw.

Das erste Impulsreferat hielt Thomas Zander. Er stellte den Gehörlosenverband mit seiner politischen Arbeit und seiner neuen Strukturen innerhalb des Verbandes vor. Vielen Gehörlosen waren die genauen Strukturen des Verbandes nicht immer klar. T. Zander erklärte, dass der Verband für das Land Berlin aktiv sei und nicht, wie viele glauben, für den ehemaligen West- oder Ostteil der Stadt steht.

Das zweite Referat hielt Thomas Geißler mit dem Thema: „10 Jahre LGBG, Chancengleichheit oder Stagnation?“ Anschließend referierte Sabine Fries zu dem Thema UN-Konvention insbesondere im Kontext zur Gebärdensprache und Gehörlosenkultur.

In dem vierten und letzten Impulsreferat wies Katja Belz, die Präsidentin des Bundeselternverbandes gehörloser Kinder e.V., darauf hin, welche Forderungen Eltern gehörloser Kinder stellen sollten.

Nach den Referaten gab es Arbeitsgruppen zu den fünf wichtigen Themenbereichen: Jugend, Senioren, Frauen, Bildung und Kultur. Es hätten noch weitere Themen aufgegriffen werden können, das hat aber der zeitliche Rahmen nicht hergeben.
Inhaltlich wurde in den jeweiligen Gruppen darüber diskutiert, welche Forderungen aktuell gestellt werden müssten. Ziel der Workshops war es, den eingeladenen Politikern, darunter die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Frau Dr. Heidi Knacke-Werner, einen Gesamtforderungskatalog speziell für Berlin zu überreichen. Jeweils ein Referent aus den Gruppen stellte dann seine Forderungen vor.

Der GVB forderte eine hauptamtlich angestellte Person, zuständig für Koordinierungsaufgaben, insbesondere in Hinblick auf die Barrierefreiheit in Berlin. Bisher übernehmen dies ehrenamtliche Mitarbeiter, die für diese Aufgaben sehr viel Zeit aufwenden müssen. Andere wichtige Arbeiten bleiben somit unerledigt.

Die Senatorin nahm sich unserer Probleme und Forderungen an und wird sie in entsprechend passendem Rahmen weiter diskutieren.

Der endgültig überarbeitete Katalog wird dann an öffentliche Ämter, Universitäten usw. geschickt.

Die weiter konkretisierten Forderungen und Berichte zu unserer Tagung finden sich dann in der nächsten „Im Bilde“-Ausgabe wieder.

Danksagung

Für die Organisation der Tagung „Ein Konjunkturpaket für Gehörlose schnüren“ möchten wir einigen Personen ganz ausdrücklich danken.

Sabine Fries

Sabine Fries

 

Zunächst einmal einen herzlichen Dank an die Referentin Sabine Fries, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität in der Abteilung Gebärdensprachdolmetschen und Deaf Studies für ihren Vortrag über die UN-Konvention.  

Katja Belz

Katja Belz

 

Der Präsidentin des Bundeselternverbandes gehörloser Kinder e.V., Katja Belz, danken wir für Ihren Vortrag über die Möglichkeiten, die Eltern haben, um bestimmte Forderungen zu stellen. 

Ebenfalls ganz herzlich danken möchten wir den beiden jungen Menschen, die das Plakat zur Tagung so schön gestaltet haben. Claudia Kermer und Andy Bittner haben nach eigenen Ideen die Plakate in verschiedenen Farben entworfen und die Ergebnisse ihrer Arbeit dem Gehörlosenverband zur Verfügung gestellt. Dafür noch einmal herzlichen Dank! Ein großes Dankeschön auch an die Mitarbeiter, die uns bei der Organisation unterstützt haben.

Dina Zander-Tabbert und Gunnar Lehmann

Dina Zander-Tabbert und Gunnar Lehmann

 

Ganz besonders möchten wir Dina Zander-Tabbert und Gunnar Lehmann von der Firma ZwischenMensch danken, die als Gebärdensprachdolmetscher zur Tagung gekommen sind und den ganzen Tag hindurch so prima für uns gedolmetscht haben.
Dafür unseren allerherzlichsten Dank.

Ausdrücklich möchten wir nochmals herausstellen, dass alle Referenten, sowie die Plakatdesigner ihre Leistung ohne Honorar zur Verfügung gestellt haben. Allen Mitarbeitern sei für ihr ehrenamtliches Engagement gedankt und zu guter Letzt den Gebärdensprachdolmetschern für die Spende ihres Honorars.



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